Zum Thema: 3 Fragen an ... Coconami

 

LOKALKLANG

 

Seit einigen Jahren leben Sie in München, Sie sind ursprünglich aus Japan. Was bedeutet für Sie der Begriff Heimat? Wo ist Heimat?

Miyaji: Ja, ich lebe schon 17 Jahre hier in Deutschland, die meiste Zeit in München. Für mich bedeutet Heimat natürlich nicht nur der Ort, wo man herkommt, sondern wo, was und von wem man stark beeinflusst worden ist. Diese Heimat stützt mein Leben wie die Lehne des Stuhls, auf dem man sitzt.

Nami: Meine Heimat ist eigentlich Japan, wo ich geboren und aufgewachsen bin, aber ich denke, Heimat ist das, was ich in meinem Herz spüre, egal wo ich mich befinde.

 

Wie war Ihre erste Begegnung mit der traditionellen bayerischen Volksmusik – und wie fand sie Eingang in Ihre Musik?

Miyaji: Ich weiß es nicht mehr genau, wie meine erste Begegnung mit traditioneller bayerischer Volksmusik war. Vielleicht war es im Biergarten? Ich mag Musik, die mit der Luft gut kommunizieren kann. Das macht eine schöne Atmosphäre. Die bayerische Musik hat mir sofort gut gefallen (damals konnte ich keinen Text verstehen und jetzt verstehe ich ihn leider immer noch nicht ...). Seitdem schalte ich um 19:05 Uhr Radio Bayern 1 ein.

Nami: Bei meinem Großvater habe ich als Kind zum ersten Mal die bayerische Volksmusik gehört (er war beruflich immer wieder hier und hatte auch einige Freunde hier) und auch zuhause, weil meine Mutter auch mal in Bayern war und die Musik mit nach Hause mitgebracht hatte. Von daher war diese Musik gar nicht so fremd für mich. Es hat mich sogar gefreut, herausgefunden zu haben, dass die Klänge der Ukulele zur bayerischen Musik passen.

 

Nicht nur bayerische Klänge spielen eine Rolle in Ihrer Musik; Sie kombinieren verschiedenste Klänge unterschiedlicher Kulturen und Zeiten – wie hawaiianische Ukulele-Klänge, Cover von englischsprachigen Rock- und Popsongs und Lieder in japanischer Sprache. Was steht hinter einem solchen Mix? Haben Sie ein „Rezept“?

Miyaji: Viele Leute sagen uns, dass coconami ungewöhliche Musik macht. Wir machen aber keine absichtlich extra ungewöhnliche Musik, sondern lassen unseren Geschmack die Musik leiten. Wahrscheinlich ist dies unser Rezept: Musik mit verschiedenen kleinen Instrumenten ohne Geschmacksverstärker.

Nami: Ein Rezept gibt es nicht, wir nehmen die Musik, die uns gefällt. Wir sind einfach neugierig und offen für alle Musikrichtungen.