Zum Thema: 3 Fragen an ... Serkan Özkan

 

LOKALKLANG


Sie sind Gewinner des Wettbewerbs creole – Globale Musik aus Bayern. Was verstehen Sie unter globaler Musik? Können Sie Ihren Musikstil beschreiben?

Unter Globaler Musik verstehe ich verschiedene Kulturen aus allen Ländern dieser Welt, daher auch Weltmusik.
Ich befinde mich ständig auf einer Reise, immer mit anderen Musikern mit verschiedenen Wurzeln, mit verschiedenen Richtungen, mit ganz neuen Spieltechniken und ganz neuen Kompositionen. Bei jedem neuen Projekt versuche ich, etwas zu entwickeln, was noch nie gemacht wurde – auch was das Saz (Baglama) spielen betrifft natürlich.

 

Gibt es besondere lokale Klänge, die Sie geprägt haben?

Immer wieder gab es Klänge, die mir unter die Haut gingen – aber ich bin selbst auf der Suche nach einem neuen Klang.

 

Für Ihr aktuelles Projekt vertonten Sie alevitische und deutsche Gedichte – was bedeutet für Sie das Zusammenspiel von Musik und Sprache?

Wenn man einem Gedicht einen Ton schenkt, haucht man Leben ein – damit ist es vollkommen. Damit werden auch die Dichter oder die Gedichte weiter belebt. Es kann sogar unsterblich werden, wenn man das Geheimnis in der Musik entdeckt.

 

Serkan Özkan, geboren und aufgewachsen in Ingolstadt, begegnete im Alter von 7 Jahren erstmals dem türkischen Instrument Baglama, dem populärsten Saiteninstrument aus der Türkei. Er eignete sich das Spielen selbst an und trat schon als 11-Jähriger mit Folkloregruppen auf, spielte weiterhin in türkischen Unterhaltungs- und Coverbands mit traditioneller anatolischer Musik. Später kamen Beats dazu, Serkan Özkan schrieb eigene Texte und begann sich der modernen Crossover- und Weltmusik zu widmen. Seine Musik ist geprägt von der intensiven Auseinandersetzung mit der alevitischen Philosophie und Dichtkunst sowie von der Zusammenarbeit mit Musikern anderer Nationalitäten und Stilrichtungen.
2008 produzierte er sein erstes Solo-Album "Yanlis Mekan", zu Deutsch "Falscher Ort", mit eigenen Liedern, die sein gesamtes Spektrum an Stimmungen, Emotionen und Klangfarben aufzeigen. Sein aktuelles Projekt „Unsterbliche Blumen - Ölümsüz Cicekler" geht vollkommen neue Wege, textlich und musikalisch. Serkan Özkan vertont Gedichte alevitischer und deutscher Dichter aus verschiedenen Epochen. Jedes Gedicht erhält seinen eigenen Klang, wird stimmig instrumentiert und atmosphärisch vorgetragen. 2013 wurde Serkan Özkan von der Creole - Globale Musik aus Bayern mit dem Jury- und Publikumspreis ausgezeichnet. Serkan Özkan konzertiert regelmäßig solo oder mit Begleitung, immer neugierig und offen für neue Projekte und Einflüsse.